Grüne Bammental

Kreisverband Kraichgau-Odenwald

In seiner Sitzung am 8.03.2017 beschäftigte sich der Grüne Ortsverband mit einigen Aspekten des Gemeindeentwicklungsplans. An den Anfang der Überlegungen stellte Gemeinderat Peter Dunkl die demografischen Prognose, dass wegen des sogenannten „Sterbeüberschusses“ die Einwohnerzahl Bammentals ohne nennenswerten Zuzug bis 2035 auf ca. 5.600 Einw. abnehmen würde. Diese Abnahmetendenz unterscheide Bammental seit 1990 von den durchschnittlichen Entwicklungen im RNK und im Land.)
Daraus stelle sich die Grundsatzfrage: „Findet man sich mit dem Bevölkerungsrückgang auf ca. 5.666 Einwohner bis 2035 ab oder will man den derzeitigen Stand von 6.400 Einwohnern in etwa halten?“
Die darauf folgende Diskussion konzentrierte sich im Wesentlichen auf die Fragen:

Wie würde sich eine Bevölkerungsabnahme (wenn überhaupt) verhindern lassen?
Und: Ist es überhaupt wünschenswert, dass die Einwohnerzahl in Bammental wächst bzw. gleich bleibt, wenn Deutschland insgesamt schrumpft?
Pro-Argumente waren u.a. – Der Zuzug neuer Bürger bringt eine Bereicherung für den Ort. Und: Wäre bei einer fortschreitenden Bevölkerungsabnahme nicht irgendwann der Punkt des Implodierens erreicht? D.h. Geschäfte schließen, Vereine bekommen Nachwuchsprobleme etc., wie es in anderen Regionen schon heute der Fall ist.

Argumente dagegen waren: Eine Bevölkerungsabnahme in Bammental würde sich nur auf Kosten anderer Regionen / Gemeinden  verhindern lassen und: Wäre es nicht nur ein Hinausschieben des Problems auf nach 2035?
In beiden Fällen gilt, dass der Erhalt und evtl. nötiger Ausbau der Infrastruktur (z.B. Schulen, Kinderbetreuung) Geld kostet.

Wenn man eine Bevölkerungsabnahme verhindern wolle, dann wäre die Schaffung von zusätzlichem Wohnraum zwingende Voraussetzung. In der Diskussion hierzu wurden eine ganze Reihe von Ideen bzw. Möglichkeiten zur Wohnraumschaffung angeführt:
1. Eine Realisierung neuer Baugebiete ist in Bammental kaum möglich und zumindest von Grüner Seite auch nicht gewünscht.
2. Bei Neubau sollte es einen deutlichen Vorrang für Mehrfamilienhäuser geben.
Gemeinde sollte im Vorgriff Bebauungspläne darauf ausrichten, dass in Mischgebieten Mehrfamilienhäuser errichtet werden können.
Wenn nötig sollte Gemeinde freiwerdende innerörtliche Flächen erwerben, um Mehrfamilienhäuser realisieren zu können. Für sozialen Wohnungsbau gibt es inzwischen wieder eine deutliche Förderung durch das Land.
3. Im Altbau sollte der Generationenwechsel berücksichtigt bzw. ausgenutzt werden.
Nötig wäre eine Bestandsaufnahme: Wie viele der derzeit unterbelegten Häuser können in Zukunft wieder durch mehr Personen bewohnt werden? Wann wird dieser Wechsel kommen?
Lässt sich dieser Prozess (seitens der Gemeinde) unterstützen, indem attraktive barrierefreie 80m2-Wohnungen für 1-2 Personen angeboten werden können? Ist der Generationenwechsel im Bestand in den Berechnungen der neu zu schaffenden Wohneinheiten berücksichtigt?
4. Dringend geboten ist eine Überarbeitung der bestehenden Bebauungspläne, um z.B. durch Aufstockung, die Schaffung von mehr Wohnraum zu ermöglichen. Allerdings unter der Bedingung, dass tatsächlich neue Wohnungen entstehen können und nicht nur mehr Wohnraum für die gleichen Bewohner.

Zum zweiten Thema Betreuung – Bildung stellte Gemeinderätin Anette Rehfuss dar, dass es schon jetzt einen weiteren Bedarf  an Kita-Plätzen gibt, der durch Neu- oder Umbau kurzfristig gedeckt werden muss. Bisherige Überlegungen zu möglichen Standorten:
- Verwendung der schon vorliegenden alten Planung im Außengelände des Kindergartens „Kleine Helden“, was durch die Reduzierung des derzeit sehr großzügigen Außengeländes sicher schade wäre.

Für die Elsenztalschule führte Gemeinderätin Rehfuss aus, sei auf mittlere Sicht eine dauernde Raumproblematik nicht zu übersehen.
- Die Gemeinschaftsschule muss auf Grund der Schulformkonzeption zweizügig bleiben und wird in Konkurrenz zur Realschule Neckargemünd darum (ihre Existenz) ringen müssen.
- Da davon ausgegangen werden muss, dass auch im Grundschulbereich bis 2035 Ganztagsbetrieb als neues Schulkonzept eingeführt werden wird, ist der Raumbedarf kein vorrübergehendes Problem, das sich mit Notlösungen wie Feuerwehrhaus, Rathaus Altentagesstätte, Vereinsraum in der Halle beheben lässt. Dies wurde bei den zurückliegenden Workshops noch nicht so weit vorrausschauend betrachtet.
Vermutlich lässt sich eine bauliche Ergänzung nicht vermeiden.
Diskutierte Neu- bzw. Anbaualternativen mit ihren jeweiligen Vor- und  Nachteilen waren:
- ein weiterer „Krakenarm“ (fraglich, ob realisierbar)
- Neubau ins Wäldchen (große Bedenken)
- zwischen zwei „Krakenarme“ (wäre energetisch wünschenswert, aber vermutlich wegen Tageslichtbedarf nicht realisierbar)
- Anbau an Gymnasium Richtung Elsenzhalle. (Gymnasium bekäme neue Räume, Elsenztalschule könnte die derzeit an das Gymnasium abgetretenen Räume in „Krakenarm“ zurückbekommen)

PD