Grüne Bammental

Kreisverband Kraichgau-Odenwald

Frauenfrühstück 2015; Juliane Gräbener-Müller (li), Isabell Kuhl (m), Nadine Frigyes (re); Foto: A. Rehfuss

"Transition Town, das ist wohl erst mal ein etwas sperriges Thema", räumte Juliane Gräbener-Müller, die Vorsitzende des GRÜNEN-Ortsverbands, in ihrer Begrüßung ein und freute sich, dass dennoch so viele Frauen aus Bammental und Umgebung der Einladung zum 8. GRÜNEN Frauenfrühstück in der "Reilser Festscheune" gefolgt waren. Dass drei Stunden später alle Anwesenden etwas mit diesem Begriff anfangen und sich sogar eine "Transition Town Bammental" vorstellen konnten, ist den Referentinnen Isabell Kuhl und Nadine Frigyes zu verdanken. Die beiden Vertreterinnen der Gruppe "Transition Town Heidelberg" verstanden es, ihr Anliegen ebenso lebendig wie strukturiert vorzubringen.

Ziele von Transition Town
In einer Power-Point-Präsentation erläuterte zunächst Isabell Kuhl die Geschichte, Ziele und Methoden des weltweiten Transition Town-Netzwerks. 2006 gründete der Brite Rob Hopkins in der englischen Stadt Totnes die erste Transition Town-Gruppe, seitdem sind weltweit 1195 lokale Initiativen hinzugekommen. Die Hauptziele der Bewegung bestehen laut Kuhl darin, die Unabhängigkeit vom Erdöl voranzutreiben, den Klimawandel zu stoppen und die Resilienz (Widerstandsfähigkeit) von Städten und Gemeinden zu stärken. Das soll u.a. durch die Rückbesinnung auf verlorene Fertigkeiten und nicht mehr präsentes Wissen sowie das Regionalisieren von Herstellungsprozessen und Produkten geschehen. Der Impuls geht dabei "von unten", von den Bürgerinnen und Bürgern aus, da die Klimapolitik auf nationaler wie internationaler Ebene als zu schwerfällig und ineffektiv betrachtet wird. Neben konkreten Handlungszielen hat Transition Town immer auch die Gruppe selbst im Blick: "Ein ganzheitlicher Ansatz, der Kopf, Herz und Hand gleichermaßen mobilisiert, und die aktive Gestaltung von Gruppenprozessen, z.B. mithilfe von ‚StimmungswächterInnen' oder MediatorInnen, sind für den angestrebten Wandel unerlässlich", so Kuhl.

Frauenfrühstück 2015; Foto: A. Rehfuss

Projekte in Heidelberg
Die Arbeit der im Sommer 2013 gegründeten Transition Town Heidelberg stellte Nadine Frigyes vor. Aus anfangs 5 Mitgliedern sind inzwischen ca. 40 Aktive geworden. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, neben der Vernetzung bestehender Initiativen auch eigene Projekte zu entwickeln. So gibt es z.B. eine Filmreihe mit Denkanstößen für den Wandel, eine offene Wollwerkstatt oder die Regionale Küche, bei der zum Wegwerfen verurteilte Lebensmittel zu leckerem Essen verarbeitet und gemeinsam verzehrt werden. Zusammen mit Ökostadt Rhein-Neckar, BUND und dem Haus der Jugend wurde schon mehrmals ein "Repair-Café" organisiert; hier helfen fachkundige Laien kostenlos bei der Reparatur von Gegenständen, die sonst entsorgt werden müssten. Die weitere Planung, so Frigyes, sieht u.a. einen Leihladen, einen Kurzfilm über die in HD bestehenden Initiativen des Wandels und eine Hausflurtauschbörse für Talente und Güter vor.
Auch Transition Town Heidelberg legt großen Wert auf funktionierende Gruppenstrukturen ohne Hierarchie. "Das Konzept ist schön", sagt Frigyes, "aber zeit- und energieaufwändig!" Entscheidungen werden in der Regel nicht nach dem Mehrheitsprinzip, sondern unter dem Aspekt des geringsten systemischen Widerstands getroffen, d. h., man wählt die Lösung, mit der alle am ehesten leben können.

Buffet beim Frauenfrühstück 2015; Foto: A. Rehfuss

Transition Town Bammental?
Aus der anschließenden Fragerunde konnten nicht nur die Bammentaler Frauen, sondern auch die Referentinnen selbst weitere wertvolle Anregungen mitnehmen.
Nach einer kurzen Pause, in der alle sich noch einmal am Buffet stärken konnten, leiteten Isabell Kuhl und Nadine Frigyes eine Motivationsübung an, um die Teilnehmenden für die Notwendigkeit und die Chancen des Wandels zu sensibilisieren.
Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein kurzes Brainstorming zu bereits bestehenden und  wünschenswerten Initiativen in Bammental, bei dem klar wurde, dass in der Elsenzgemeinde mit Warentauschtag, öffentlichem Bücherregal, TwoGo-Fahrgemeinschaften und der Planung von Repair-Cafés bereits einiges passiert. Dennoch waren sich alle einig, dass noch mehr möglich ist, z.B. Verzicht auf Plastiktüten im Einzelhandel, privates Carsharing, Nachbarschaftskreise und Straßenfeste zum gegenseitigen Kennenlernen, Projekttage mit der Vorstellung verschiedener Initiativen in den Schulen, Essen bzw. Lebensmittel tauschen oder verschenken. Da wehte schon ein Hauch von "Transition Town Bammental" durch die Reilser Festscheune!

Mit anhaltendem Beifall bedankten sich die Anwesenden bei den beiden Referentinnen für einen ausgesprochen informativen, anregenden Vormittag.

(jgm )

Gerne folgte die Landtagsabgeordnete Charlotte Schneidewind-Hartnagel (GRÜNE) der Einladung der Bammentaler Grünen und besuchte das im Dezember letzten Jahres eröffnete Familienzentrum. Dort ließ sie sich das sanierte Hauptgebäude und den Anbau mit Platz für drei Kita-Gruppen, eine betreute Spielgruppe, einen Außenspielbereich sowie unterschiedliche Gemeinschaftsräume zeigen. Inzwischen entwickelt sich das Gebäude zum kommunalen Mittelpunkt und Kommunikationszentrum für alle Generationen. Stetig wächst das Angebot an Kursen. Derzeit gibt es Näh- und Schreibkurse, Spieleabende sowie das Familien- und Mehrgenerationen-Café am Samstag; ein Tanzkurs ist angedacht. Daneben können Räume im Familienzentrum für Veranstaltungen von Vereinen oder Privatleuten angemietet werden.

Dass solche Projekte viel Geld kosten, ist hinlänglich bekannt. Durch unvorhergesehene Mehraufwendungen und fördertechnische Verschiebungen gilt es nun, ein finanzielles Defizit auszugleichen. "Das Familienzentrum ist ein zukunftsweisendes Projekt und ich bin froh, dass Bammental den Mut hatte, die Idee von René und Katharina Richter aufzunehmen. Ich bin gerne bereit, mich für das Projekt einzusetzen und die Aufnahme in das Landesförderprogramm für Städtebauliche Sanierungsmaßnahmen im Zuge der Sanierung des ‚Schwimmbadviertels' anzufragen. Die große Bedeutung des Familienzentrums in Bammental ist jetzt schon klar erkennbar und es wird auch zukünftig als zentraler Mittelpunkt für das bürgerschaftliche Miteinander in der Kommune unverzichtbar sein. Ich hoffe, dass dies entsprechend bewertet werden kann", so die Sozialpolitikerin Schneidewind-Hartnagel.

pm/jgm

Der 19. Bammentaler Grünenfasching, bekannt unter dem Decknamen "Musik & Kabarett", inzwischen eine feste Institution im Gemeindeleben, hob sich wie immer sehr wohltuend vom Humm-Tää-TV Fasching des Rheinlandes ab. Die Veranstaltung steht ganz in der linksalternativen Tradition der "Stunksitzungen", die die Ausgelassenheit und geduldete Revolte des Karnevals mit anspruchsvollem Humor neu erfinden möchten. Das freie Wort als uraltes Merkmal des Faschings nicht in plumpen Witzen abgedroschen, sondern in höchster Form als politisches Kabarett mit spitzer Zunge vorgetragen gegen das Establishment. Die Veranstaltung hat inzwischen so viele Fans, dass die Karten quasi innerhalb weniger Minuten ausverkauft sind. Ein Sachverhalt, der den Veranstaltern, so Juliane Gräbener-Müller in der Begrüßungsrede, durchaus zu denken gibt. Man denke über Lösungen nach, eine dramatische Floskel, die bekanntlich in der Politik zu unmittelbaren Umsetzungen führt. Vielleicht möchten die Grünen auch diese Gesetzmäßigkeit durchbrechen?

Begrüßung durch Juliane Gräbener-Müller, Foto: (C) by Clemens Ditzel, 2015 Publikum, Foto: (C) by Clemens Ditzel, 2015

Die Veranstaltung der Bammentaler Grünen hat sich aber im Verlauf der Jahre neben der des Gassenfegers eine weitere faszinierende Eigenschaft erarbeitet: Sie gilt als Durchlauferhitzer für kabarettistische Nachwuchstalente. Wie sagte der diesjährige Top-Act Ingo Börchers so scheinbar süffisant: Bammental: Wer es hier schafft, schafft es überall. Doch tatsächlich finden sich Namen in der Kabarett-Chronik des Ortsverbandes der Grünen, die heute zu den ganz Großen der Deutschen Kabarettszene gehören: Christian Habekost alias Chako etwa spielte hier in der ersten Dekade der Veranstaltung vor 300 Zuschauern, heute füllt er Säle mit weit über 5.000 Gästen.
So muss man eigentlich nur darauf warten, wann Ingo Börchers bundesweit zur 1. Liga aufsteigen und für die Bammentaler ebenfalls nicht mehr zu finanzieren sein wird. Das geht auch noch einfacher: Man fange eben hier an, so wie die schrulligen Tanten namens NoName, die seinerzeit aus einer Bierlaune heraus ein Vorprogramm zum Grünenfasching beschlossen. Nicht mal einen Namen hatten sie, eben NoName. Und heute: Auftritte bundesweit vor großem Publikum und es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann sie im Fernsehen zu sehen sein werden und die ein oder andere ins Profilager wechselt. Und es bleibt zu hoffen, dass die grauen Tanten vom Typ alte Jungfer dann trotzdem ihre textuelle Schärfe und vor allem den Kurpfälzer Dialekt beibehalten.

NoName, Foto: (C) by Clemens Ditzel, 2015 NoName, Foto: (C) by Clemens Ditzel, 2015

NoName's vordergründiges Ziel ist es, das Publikum zum Lachen zu bringen, aber ihre Texte sind sehr tiefgründig. Etwa das Lied der reichen Deutschen: Mia sin so schää, so schää - mir g'höre zu da Hotvolä, die sich all zu gerne zeigen mit ihrem Reichtum und die Welt gerne so beibehalten würden, wie sie ist. Und auf die Bitte des Kindes, Mama ich hätt' gern Hartz-4, antworten: Kind ma kann nett alles hawwe! Der Alltag einzig bestimmt von der Frage, was man denn nun anziehen solle: Das ist die Frage aller Fragen, was soll ich morgen Abend tragen? Schließlich geht's einem ja gut, anderen halt nicht, das soll eben so bleiben und da darf doch mal die geheime Frage erlaubt sein: Sind wir nicht alle ein bisschen Pegida?
Gleich darauf folgt der harte Sprung in die Flüchtlingsproblematik, Hotvolä, was zieh ich an und dann: Unser Boot ist voll, doch Ihr bringt uns in die Miesen, Asylanten könn' nichts kaufen, wir schaun weg , wenn sie ersaufen.
Wie gesagt, NoName macht Spaß, aber die Schärfe der Inhalte bleibt im Bewusstsein und lässt immer wieder erschaudern, begreift man doch, dass die scheinbare Überzeichnung offensichtlich gar keine ist. Resümee: Die Texte von NoName sind feinste Kabarett-Wortakrobatik auf höchstem Niveau. Doch frau kann auch nur ganz unpolitisch lustig sein und am Ende gar einen kurzen Blick auf die scharfen Gründe unter den Kirchenchor-Outfits gewähren.

Der Profi Kabarettist Ingo Börchers sagte später, er hätte echt gedacht "Oh Mann, und jetzt muss ich da raus, das wird schwierig nach dem Vorprogramm".

Ingo Börchers, Foto: (C) by Clemens Ditzel, 2015 Ingo Börchers, Foto: (C) by Clemens Ditzel, 2015

Doch es lief auch für ihn. Börchers kam als IT-Kabarettist (IT= Informationstechnologie) daher mit seinem Programm "Die Welt ist eine Google" - und das war nicht sächsisch gemeint. Wie Charlie Chaplin in "Moderne Zeiten" zwischen die Zahnräder der Maschinen gerät, stolpert Börchers als unwissender User in die Zahnräder der alles ergreifenden Computer-Kraken, mit denen wir einkaufen, verreisen, Freunde finden, löschen und verwalten oder ein Second life führen können, - obwohl man noch nicht mal das erste im Griff hat. Sogar Gott - so der Entertainer - hat den Anschluss verpasst. Googelt man Google, gibt es eine Milliarde Treffer. Googelt man hingegen Gott, gibt es nur 100 Millionen Treffer (Anm.: 150 Millionen). Und geht man auf www.gott.com, so folgt: "Welcome to gott.com! Under Construction" Vielleicht sollten Google und Gott fusionieren, so hätte die Allianz eine so überzeugende Treffer-Mehrheit, dass andere Religionen aufgeben müssten. Im Stile solch phantastischer Erörterungen raste Börchers zwei komplett spannende Stunden über die Datenautobahn und das ohne Bremsen und Virenscanner. Das zweistündige Programm bot gar das Doppelte zum Preis von Einem. Denn Börchers spricht zwar klar aber mit so atemberaubendem Tempo, dass man sich fragt, wie das überhaupt memotechnisch machbar sein sollte. Am Ende wusste der gebannte Zuhörer nicht mehr, wo ihm der Kopf steht. Und was er da so mit "Links" machte, führte zur kompletten Vermengung von online und offline in den Köpfen der Zuschauer. Wen wundert's, dass sowohl die NoNames (die nach einem (neuen) Namen suchen, aber die die Namenslosigkeit nicht mehr loskriegen) als auch Börchers mehrfach in die Zugabe-Pflicht getrieben wurden. Alles in allem ein Super-Abend.

Allein die Party-Qualitäten von Band und Zuschauern im Nachspiel ließen zu wünschen übrig. Denn nachdem die Herren der Band die ersten mutigen Tänzer mit dem Stehblues "Summertime" bekämpft hatten, leerte sich der Saal recht zügig.
Und als das liebliche Glöcklein am Dörndl Mitternacht geschlagen hatte, zogen augenscheinlich viele der gesetzten Spontis, Alt-68er (68+) und Ex-Straßenkämpfer das kuschelige Deckbettlein ans Kinn und schlummerten bieder dem sonntäglichen Kirchgang oder Golfspiel entgegen....

(Mde)

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Transition Town - ein Gemeinwesen im Übergang

In der westlichen Welt leben wir im Großen und Ganzen immer noch so, als gäbe es keinen Klimawandel und als würde das Erdöl nie versiegen. Obwohl wir genau wissen, dass dem nicht so ist. Unsere Gesellschaft braucht also ein neues Lebensmodell, das aber nicht von Mangel, sondern vielmehr von Reichtum an anderen Dingen als nur Konsumgütern geprägt sein soll. Wir brauchen einen "Übergang", so wie das weltweite Transition-Town-Netzwerk ihn seit einigen Jahren entwickelt. Daher hat der Ortsverband der GRÜNEN zu seinem alljährlichen Frauenfrühstück am Samstag, 7. März um 9.30 Uhr in der Reilser Festscheune Vertreterinnen der Initiative Transition Town Heidelberg eingeladen. Sie werden von ihrer Arbeit, ihren Fortschritten und Rückschlägen berichten und mit den Anwesenden zusammen die Frage beleuchten, wie das Leben in Bammental in Zeiten von Klimawandel und  zunehmender Ressourcenknappheit in (naher) Zukunft ganz konkret aussehen soll. Außerdem gibt es natürlich, wie immer, ein reichhaltiges Buffet und einen gemütlichen Rahmen für persönliche Begegnungen.

Der Eintritt zum Frauenfrühstück ist frei, ein Unkostenbeitrag willkommen.

Zur besseren Planung des Buffets wird um Anmeldung bei Renate Lochner (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Tel. 46275) oder Anette Rehfuss (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Tel. 48368) gebeten.

jgm

Der Neckargemünder Kreisrat von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Hermino Katzenstein, besuchte vergangene Woche den Bammentaler Ortsverband: "Mir ist es ein Anliegen, den Ortsverbänden meines Wahlkreises von der Arbeit der Grünen Kreistagsfraktion zu berichten sowie Wünsche und Kritik von der Basis dorthin mitzunehmen."

Über die Arbeit im Kreistag und in den Ausschüssen berichtete der Gast, dass dort auffallend wenig diskutiert wird und bei den anderen Fraktionen fast nur die Sprecher das Wort ergreifen. "Für mich als neu gewählten Kreisrat, der aus der Debattenkultur der Grünen kommt, ist das schon sehr gewöhnungsbedürftig", lautete sein Kommentar.

Großes Interesse bei den ZuhörerInnen fand der Bericht über die bisherigen Arbeitsschwerpunkte der grünen Kreistagsfraktion.

Besuch der Ämter
Da eine der Funktionen des Kreistags in der Kontrolle der Verwaltung besteht, haben die grünen KreisrätInnen sich vorgenommen, nach und nach alle Ämter des Landratsamts zu besuchen. Begonnen haben sie bereits mit dem Personalrat, als nächstes steht der WKD (Wirtschaftskontrolldienst) auf dem Programm.
 
Asylpolitik
Hermino Katzenstein wies darauf hin, dass es in der Verantwortung des Kreises liegt, für menschenwürdige Bedingungen in der Flüchtlings- und Asylpolitik zu sorgen.
Dazu gehört auch, dass der vermehrte Zustrom von Asylbewerbern auf eine echte Willkommenskultur treffen muss. Erfreulicherweise engagieren sich hier neben den hauptamtlichen Kräften zahlreiche BürgerInnen ehrenamtlich. Grüne KreisrätInnen bemühen sich darum, die unterschiedlichen Flüchtlings-Initiativen im Kreisgebiet zum Zwecke eines besseren Erfahrungsaustauschs untereinander zu vernetzen und deren Interessen auch gegenüber dem Kreis besser zu bündeln.

Schwerpunkt Radwegenetz
Um Verbesserungen, die vor allem den Alltagsradlern zugute kommen, geht es dem Kreisrat, der auch im ADFC engagiert ist. Ziel des RNK ist die Erarbeitung eines Radverkehrsnetzes. Dazu wird derzeit der Radwegebestand im gesamten Kreis erfasst und analysiert. Angestrebt sind zügige Radverkehrsverbindungen mit einer Mindestmaschenbreite von 10 km.
Auch die Verbindung zwischen Elsenztal und Neckargemünd/Heidelberg ist ein wichtiges Thema. Das Bestandsnetz sieht eine Streckenführung über das Wiesenbacher Tal vor. Für einen Radschnellweg kommt aber nur eine Strecke entlang der B45 in Frage. Um dort einen Zwei-Richtungsradweg einzurichten, müssen 2,50 m Breite vorhanden sein. "Bis auf eine Engstelle in Höhe der Abzweigung nach Waldhilsbach kann dies mit überschaubarem Aufwand umgesetzt werden", meinte Katzenstein.  
Angesprochen wurde auch die unbefriedigende Situation in der S5, wo vor 9 Uhr die Fahrradmitnahme wegen Überfüllung fast nicht möglich ist und zusätzliche Kosten verursacht. Katzenstein notierte zwar den Wunsch nach kostenfreier Fahrradmitnahme rund um die Uhr, musste jedoch darauf verweisen, dass das Land bereits jetzt hohe Beträge zu den Regionalisierungsmitteln des Bundes zuschießt, damit die Zugkapazitäten nicht sogar verringert werden.

Schwerpunkt AVR
Die AVR (Abfallverwertungsgesellschaft des Rhein-Neckar-Kreises) hat sich vom reinen Müllentsorger zu einem Unternehmen entwickelt, das auch im Energiesektor Fuß zu fassen versucht. Das bereits verabschiedete Klimaschutzkonzept belegt, so Katzenstein, dass auch der Rhein-Neckar Kreis sich mit grünen Themen weiterentwickelt. "Nun gilt es, den ökologischen Fußabdruck unseres Kreises weiter zu verringern, sei es durch die Verkehrs-, die Entsorgungs- oder eine nachhaltige Beschaffungspolitik", erklärte der Kreisrat. Von Anwesenden wurde angeregt, Möglichkeiten zu suchen, den zunehmend begehrter werdenden "Rohstoff" Altpapier getrennt zu sammeln.

Schwerpunkt Fair-Trade-Landkreis
Der Rhein-Neckar-Kreis ist mit seinen über 500 000 Einwohnern der bevölkerungsreichste in Baden-Württemberg. Auch hier wächst zunehmend das Bewusstsein für gerechte Produktionsbedingungen sowie soziale und umweltschonende Herstellungs- und Handelsstrukturen. Deshalb wollen die grünen KreisrätInnen gezielt den Fairen Handel auf Kreisebene fördern und sich mit Personen aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft verbünden, die sich für den Fairen Handel in der Region stark machen.

Nach langer, für beide Seiten anregender Diskussion verabschiedete sich Kreisrat Katzenstein mit der Zusage, solche Gespräche in regelmäßigen Abständen zu führen. 

rdg

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