Grüne Bammental

Kreisverband Kraichgau-Odenwald

Der Neckargemünder Kreisrat von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Hermino Katzenstein, besuchte vergangene Woche den Bammentaler Ortsverband: "Mir ist es ein Anliegen, den Ortsverbänden meines Wahlkreises von der Arbeit der Grünen Kreistagsfraktion zu berichten sowie Wünsche und Kritik von der Basis dorthin mitzunehmen."

Über die Arbeit im Kreistag und in den Ausschüssen berichtete der Gast, dass dort auffallend wenig diskutiert wird und bei den anderen Fraktionen fast nur die Sprecher das Wort ergreifen. "Für mich als neu gewählten Kreisrat, der aus der Debattenkultur der Grünen kommt, ist das schon sehr gewöhnungsbedürftig", lautete sein Kommentar.

Großes Interesse bei den ZuhörerInnen fand der Bericht über die bisherigen Arbeitsschwerpunkte der grünen Kreistagsfraktion.

Besuch der Ämter
Da eine der Funktionen des Kreistags in der Kontrolle der Verwaltung besteht, haben die grünen KreisrätInnen sich vorgenommen, nach und nach alle Ämter des Landratsamts zu besuchen. Begonnen haben sie bereits mit dem Personalrat, als nächstes steht der WKD (Wirtschaftskontrolldienst) auf dem Programm.
 
Asylpolitik
Hermino Katzenstein wies darauf hin, dass es in der Verantwortung des Kreises liegt, für menschenwürdige Bedingungen in der Flüchtlings- und Asylpolitik zu sorgen.
Dazu gehört auch, dass der vermehrte Zustrom von Asylbewerbern auf eine echte Willkommenskultur treffen muss. Erfreulicherweise engagieren sich hier neben den hauptamtlichen Kräften zahlreiche BürgerInnen ehrenamtlich. Grüne KreisrätInnen bemühen sich darum, die unterschiedlichen Flüchtlings-Initiativen im Kreisgebiet zum Zwecke eines besseren Erfahrungsaustauschs untereinander zu vernetzen und deren Interessen auch gegenüber dem Kreis besser zu bündeln.

Schwerpunkt Radwegenetz
Um Verbesserungen, die vor allem den Alltagsradlern zugute kommen, geht es dem Kreisrat, der auch im ADFC engagiert ist. Ziel des RNK ist die Erarbeitung eines Radverkehrsnetzes. Dazu wird derzeit der Radwegebestand im gesamten Kreis erfasst und analysiert. Angestrebt sind zügige Radverkehrsverbindungen mit einer Mindestmaschenbreite von 10 km.
Auch die Verbindung zwischen Elsenztal und Neckargemünd/Heidelberg ist ein wichtiges Thema. Das Bestandsnetz sieht eine Streckenführung über das Wiesenbacher Tal vor. Für einen Radschnellweg kommt aber nur eine Strecke entlang der B45 in Frage. Um dort einen Zwei-Richtungsradweg einzurichten, müssen 2,50 m Breite vorhanden sein. "Bis auf eine Engstelle in Höhe der Abzweigung nach Waldhilsbach kann dies mit überschaubarem Aufwand umgesetzt werden", meinte Katzenstein.  
Angesprochen wurde auch die unbefriedigende Situation in der S5, wo vor 9 Uhr die Fahrradmitnahme wegen Überfüllung fast nicht möglich ist und zusätzliche Kosten verursacht. Katzenstein notierte zwar den Wunsch nach kostenfreier Fahrradmitnahme rund um die Uhr, musste jedoch darauf verweisen, dass das Land bereits jetzt hohe Beträge zu den Regionalisierungsmitteln des Bundes zuschießt, damit die Zugkapazitäten nicht sogar verringert werden.

Schwerpunkt AVR
Die AVR (Abfallverwertungsgesellschaft des Rhein-Neckar-Kreises) hat sich vom reinen Müllentsorger zu einem Unternehmen entwickelt, das auch im Energiesektor Fuß zu fassen versucht. Das bereits verabschiedete Klimaschutzkonzept belegt, so Katzenstein, dass auch der Rhein-Neckar Kreis sich mit grünen Themen weiterentwickelt. "Nun gilt es, den ökologischen Fußabdruck unseres Kreises weiter zu verringern, sei es durch die Verkehrs-, die Entsorgungs- oder eine nachhaltige Beschaffungspolitik", erklärte der Kreisrat. Von Anwesenden wurde angeregt, Möglichkeiten zu suchen, den zunehmend begehrter werdenden "Rohstoff" Altpapier getrennt zu sammeln.

Schwerpunkt Fair-Trade-Landkreis
Der Rhein-Neckar-Kreis ist mit seinen über 500 000 Einwohnern der bevölkerungsreichste in Baden-Württemberg. Auch hier wächst zunehmend das Bewusstsein für gerechte Produktionsbedingungen sowie soziale und umweltschonende Herstellungs- und Handelsstrukturen. Deshalb wollen die grünen KreisrätInnen gezielt den Fairen Handel auf Kreisebene fördern und sich mit Personen aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft verbünden, die sich für den Fairen Handel in der Region stark machen.

Nach langer, für beide Seiten anregender Diskussion verabschiedete sich Kreisrat Katzenstein mit der Zusage, solche Gespräche in regelmäßigen Abständen zu führen. 

rdg


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