Grüne Bammental

Kreisverband Kraichgau-Odenwald

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN haben im Wahlkreis Sinsheim den Physiker Hermann Katzenstein als Kandidaten für die Landtagswahlen 2016 nominiert. Der 46-jährige ist Vorsitzender des Personalrats der Uni Heidelberg, sitzt für die Grünen im Stadtrat in Neckargemünd und ist Mitglied des Kreistags Rhein-Neckar. ...

Mehr dazu:  http://gruene-odenwald-kraichgau.de/nomltw2016sinsheim/

Am Montag, den 13. April 2015 lädt der Kreisverband Odenwald-Kraichgau zusammen mit den Ortsverbänden Neckargemünd, Bammental, Wiesenbach und Gaiberg zu einer Veranstaltung über den „Mythos Wachstum“ nach Neckargemünd ein. Beginn ist um 20 Uhr im kath. Gemeindezentrum "Goldener Anker", Hauptstr. 29. (Saal im 1. Stock, nicht barrierefrei).

Unsere Wirtschaft scheint ohne beständiges Wachstum nicht zu funktionieren. Wenn wir es aber ernst meinen mit der nachhaltigen Verantwortung für unseren Planeten, brauchen wir dann nicht eine Wirtschaft ohne Wachstumszwang? Oder reicht es wirklich aus, den Ressourcenverbrauch zu minimieren?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich Hermann Ott seit 20 Jahren als Wissenschaftler am Wuppertal-Institut. Darüber hinaus war er auch als Abgeordneter von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Mitglied der Enquetekommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität" des deutschen Bundestages und dort Vorsitzender der Projektgruppe „Wachstum, Ressourcenverbrauch und technischer Fortschritt – Möglichkeiten und Grenzen der Entkopplung“.

Die Grünen, die sich seit ihrer Gründung immer als wachstumskritische Partei verstanden haben, laden herzlich zu dieser Veranstaltung zum „Mythos Wachstum“ ein.

Frauenfrühstück 2015; Juliane Gräbener-Müller (li), Isabell Kuhl (m), Nadine Frigyes (re); Foto: A. Rehfuss

"Transition Town, das ist wohl erst mal ein etwas sperriges Thema", räumte Juliane Gräbener-Müller, die Vorsitzende des GRÜNEN-Ortsverbands, in ihrer Begrüßung ein und freute sich, dass dennoch so viele Frauen aus Bammental und Umgebung der Einladung zum 8. GRÜNEN Frauenfrühstück in der "Reilser Festscheune" gefolgt waren. Dass drei Stunden später alle Anwesenden etwas mit diesem Begriff anfangen und sich sogar eine "Transition Town Bammental" vorstellen konnten, ist den Referentinnen Isabell Kuhl und Nadine Frigyes zu verdanken. Die beiden Vertreterinnen der Gruppe "Transition Town Heidelberg" verstanden es, ihr Anliegen ebenso lebendig wie strukturiert vorzubringen.

Ziele von Transition Town
In einer Power-Point-Präsentation erläuterte zunächst Isabell Kuhl die Geschichte, Ziele und Methoden des weltweiten Transition Town-Netzwerks. 2006 gründete der Brite Rob Hopkins in der englischen Stadt Totnes die erste Transition Town-Gruppe, seitdem sind weltweit 1195 lokale Initiativen hinzugekommen. Die Hauptziele der Bewegung bestehen laut Kuhl darin, die Unabhängigkeit vom Erdöl voranzutreiben, den Klimawandel zu stoppen und die Resilienz (Widerstandsfähigkeit) von Städten und Gemeinden zu stärken. Das soll u.a. durch die Rückbesinnung auf verlorene Fertigkeiten und nicht mehr präsentes Wissen sowie das Regionalisieren von Herstellungsprozessen und Produkten geschehen. Der Impuls geht dabei "von unten", von den Bürgerinnen und Bürgern aus, da die Klimapolitik auf nationaler wie internationaler Ebene als zu schwerfällig und ineffektiv betrachtet wird. Neben konkreten Handlungszielen hat Transition Town immer auch die Gruppe selbst im Blick: "Ein ganzheitlicher Ansatz, der Kopf, Herz und Hand gleichermaßen mobilisiert, und die aktive Gestaltung von Gruppenprozessen, z.B. mithilfe von ‚StimmungswächterInnen' oder MediatorInnen, sind für den angestrebten Wandel unerlässlich", so Kuhl.

Frauenfrühstück 2015; Foto: A. Rehfuss

Projekte in Heidelberg
Die Arbeit der im Sommer 2013 gegründeten Transition Town Heidelberg stellte Nadine Frigyes vor. Aus anfangs 5 Mitgliedern sind inzwischen ca. 40 Aktive geworden. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, neben der Vernetzung bestehender Initiativen auch eigene Projekte zu entwickeln. So gibt es z.B. eine Filmreihe mit Denkanstößen für den Wandel, eine offene Wollwerkstatt oder die Regionale Küche, bei der zum Wegwerfen verurteilte Lebensmittel zu leckerem Essen verarbeitet und gemeinsam verzehrt werden. Zusammen mit Ökostadt Rhein-Neckar, BUND und dem Haus der Jugend wurde schon mehrmals ein "Repair-Café" organisiert; hier helfen fachkundige Laien kostenlos bei der Reparatur von Gegenständen, die sonst entsorgt werden müssten. Die weitere Planung, so Frigyes, sieht u.a. einen Leihladen, einen Kurzfilm über die in HD bestehenden Initiativen des Wandels und eine Hausflurtauschbörse für Talente und Güter vor.
Auch Transition Town Heidelberg legt großen Wert auf funktionierende Gruppenstrukturen ohne Hierarchie. "Das Konzept ist schön", sagt Frigyes, "aber zeit- und energieaufwändig!" Entscheidungen werden in der Regel nicht nach dem Mehrheitsprinzip, sondern unter dem Aspekt des geringsten systemischen Widerstands getroffen, d. h., man wählt die Lösung, mit der alle am ehesten leben können.

Buffet beim Frauenfrühstück 2015; Foto: A. Rehfuss

Transition Town Bammental?
Aus der anschließenden Fragerunde konnten nicht nur die Bammentaler Frauen, sondern auch die Referentinnen selbst weitere wertvolle Anregungen mitnehmen.
Nach einer kurzen Pause, in der alle sich noch einmal am Buffet stärken konnten, leiteten Isabell Kuhl und Nadine Frigyes eine Motivationsübung an, um die Teilnehmenden für die Notwendigkeit und die Chancen des Wandels zu sensibilisieren.
Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein kurzes Brainstorming zu bereits bestehenden und  wünschenswerten Initiativen in Bammental, bei dem klar wurde, dass in der Elsenzgemeinde mit Warentauschtag, öffentlichem Bücherregal, TwoGo-Fahrgemeinschaften und der Planung von Repair-Cafés bereits einiges passiert. Dennoch waren sich alle einig, dass noch mehr möglich ist, z.B. Verzicht auf Plastiktüten im Einzelhandel, privates Carsharing, Nachbarschaftskreise und Straßenfeste zum gegenseitigen Kennenlernen, Projekttage mit der Vorstellung verschiedener Initiativen in den Schulen, Essen bzw. Lebensmittel tauschen oder verschenken. Da wehte schon ein Hauch von "Transition Town Bammental" durch die Reilser Festscheune!

Mit anhaltendem Beifall bedankten sich die Anwesenden bei den beiden Referentinnen für einen ausgesprochen informativen, anregenden Vormittag.

(jgm )

Gerne folgte die Landtagsabgeordnete Charlotte Schneidewind-Hartnagel (GRÜNE) der Einladung der Bammentaler Grünen und besuchte das im Dezember letzten Jahres eröffnete Familienzentrum. Dort ließ sie sich das sanierte Hauptgebäude und den Anbau mit Platz für drei Kita-Gruppen, eine betreute Spielgruppe, einen Außenspielbereich sowie unterschiedliche Gemeinschaftsräume zeigen. Inzwischen entwickelt sich das Gebäude zum kommunalen Mittelpunkt und Kommunikationszentrum für alle Generationen. Stetig wächst das Angebot an Kursen. Derzeit gibt es Näh- und Schreibkurse, Spieleabende sowie das Familien- und Mehrgenerationen-Café am Samstag; ein Tanzkurs ist angedacht. Daneben können Räume im Familienzentrum für Veranstaltungen von Vereinen oder Privatleuten angemietet werden.

Dass solche Projekte viel Geld kosten, ist hinlänglich bekannt. Durch unvorhergesehene Mehraufwendungen und fördertechnische Verschiebungen gilt es nun, ein finanzielles Defizit auszugleichen. "Das Familienzentrum ist ein zukunftsweisendes Projekt und ich bin froh, dass Bammental den Mut hatte, die Idee von René und Katharina Richter aufzunehmen. Ich bin gerne bereit, mich für das Projekt einzusetzen und die Aufnahme in das Landesförderprogramm für Städtebauliche Sanierungsmaßnahmen im Zuge der Sanierung des ‚Schwimmbadviertels' anzufragen. Die große Bedeutung des Familienzentrums in Bammental ist jetzt schon klar erkennbar und es wird auch zukünftig als zentraler Mittelpunkt für das bürgerschaftliche Miteinander in der Kommune unverzichtbar sein. Ich hoffe, dass dies entsprechend bewertet werden kann", so die Sozialpolitikerin Schneidewind-Hartnagel.

pm/jgm

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