Gemeinderatssitzung Bammental vom 23.04.2026

In der Sitzung des Gemeinderats am 23. April 2026 stand vor allem der Bebauungsplan für das Gelände von Kartoffel Hoffmann zwischen Reilsheimer Straße und Elsenz im Fokus.

Einziehen sollen der Bammentaler Edeka-Markt mit 1.600 qm statt bisher 900 qm sowie ein neuer Rossmann-Drogeriemarkt. Die Dächer sollen abgestuft bis maximal 9,50 m hoch, begrünt und mit Photovoltaik ausgestattet werden. Zudem ist eine Fassadenbegrünung, insbesondere an den Grenzflächen zu den Anwohnerinnen und Anwohnern, vorgesehen. Für die Energieversorgung sind eine Wärmepumpe sowie Wärme-Kälte-Rückgewinnung geplant. Das auf dem Grundstück anfallende Oberflächenwasser soll gereinigt und in die Elsenz eingeleitet werden.

Die Erschließung des Geländes soll primär über die Reilsheimer Straße erfolgen. Eine zusätzliche Zufahrt für Fußgängerinnen, Fußgänger, Radfahrerinnen und Radfahrer über „In den Brunnenwiesen“ ist gegebenenfalls möglich. Ein Fahrradweg entlang der Elsenz ist ebenfalls geplant.

Der Gemeinderat steht dem Vorhaben mehrheitlich positiv gegenüber. Allerdings gab es aus den Reihen der Räte einige kritische Fragen und konstruktive Anregungen. Vonseiten der Anwohner wurden im Wesentlichen Bedenken hinsichtlich einer steigenden Lärm- und Verkehrsbelastung geäußert.

Die fußläufige Versorgungssituation in der Hauptstraße wird sich verschlechtern, während Reilsheim profitiert wird. In diesem Zusammenhang wurde erwogen, ob Netto, der am aktuellen Standort ebenfalls keine dauerhafte Zukunft sieht, mittelfristig diese Lücke schließen kann.

Für die bestehenden Supermarktketten wie Rewe und Aldi ist gemäß Gutachten eine relevante Umverteilung von bis zu 10 % des Umsatzes zu erwarten, der diese jedoch durch eigene Modernisierungsmaßnahmen begegnen können. Das Gutachten weist für keinen Anbieter in Bammental oder den angrenzenden Gemeinden eine Bestandsgefährdung aus. Allerdings besteht das Risiko eines negativen Effekts auf den für Bammental sehr wichtigen kleinflächigen Einzelhandel. Hier kann lediglich die Bäckerei am Rathaus eine positive Entwicklung erwarten.

Das Projekt wird mit fortlaufendem Planungsfortschritt bald wieder in den Gemeinderat kommen.

Ein weiterer zentraler Punkt war die Festlegung der Abstimmungslinie für die nächste Sitzung des Gemeindeverwaltungsverbands (GVV). Im Mittelpunkt stand dabei die geplante Freiflächen-Photovoltaikanlage zwischen Wiesenbach und Langenzell. Statt sachlicher Debatten dominierten erneut die bekannten Argumente gegen den Bau: „Das verschandelt unsere wunderbare Landschaft!“ und „Überall entstehen Solarparks!“. Tatsächlich gibt es im Umkreis von acht Kilometern um Bammental jedoch nur vier solcher Anlagen – in Malsch, Rauenberg, der Tongrube Lobach-Lobenfeld und am Feilheck. Während die Baustelle der neuen Gas-Pipeline die Landschaft ebenfalls nicht verschönert, können Solarparks artenreiche Rückzugsorte für Insekten bieten und sind wirtschaftlich sowie im Hinblick auf die Versorgungssicherheit für Kommunen interessant. Irritierend ist in diesem Zusammenhang die Doppelmoral einiger Gemeinderäte: Dieselben Stimmen, die Wiesenbach den Bau eines Solarparks auf eigenem Ortsgebiet verwehren möchten, empören sich sonst darüber, dass man den Menschen nicht vorschreiben könne, welches Gewerbe sie auf ihrem Grundstück betreiben oder welche Wärmeerzeuger beziehungsweise Heizungen sie einbauen sollen. Hoffentlich zeigen die anderen GVV-Gemeinden mehr Weitsicht – schließlich steht auf der Tagesordnung auch das neue Bammentaler Feuerwehrhaus.

Dem Wunsch der Schulen, am Gymnasium vier und an der Gemeinschaftsschule drei fünfte Klassen einzurichten, hat der Gemeinderat mehrheitlich zugestimmt. Kurz angesprochen wurde zudem die Frage, ob für das Gymnasium generell eine Vierzügigkeit beantragt werden soll. Hier spricht sich die grüne Fraktion eindeutig für Strategiesitzungen zu den Themen Schule – insbesondere vor dem Hintergrund der Umstellung auf G9 – sowie Kinderbetreuung aus. Letztere wurde uns bereits im November zugesagt, und es soll noch im Mai dazu eingeladen werden.

Im Rahmen der Sitzung wurde außerdem Bürgermeisterstellvertreter Wilhelm Müller als Gemeinderatsmitglied für die Vereidigung des neuen Bürgermeisters gewählt. Zudem wurde die Abrechnung der Kita Kinderreich besprochen, die aufgrund der Schließung einer Gruppe im vergangenen Jahr niedriger ausfiel, die Gemeinde pro Kind jedoch teurer zu stehen kam.