{"id":53,"date":"2016-02-26T14:49:30","date_gmt":"2016-02-26T13:49:30","guid":{"rendered":"https:\/\/wp11226397.server-he.de\/wp\/2016\/02\/26\/hat-die-die-paepstliche-enzyklika-eine-politische-wirkung\/"},"modified":"2016-02-26T14:49:30","modified_gmt":"2016-02-26T13:49:30","slug":"hat-die-die-paepstliche-enzyklika-eine-politische-wirkung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gruene-bammental.de\/wp\/2016\/02\/26\/hat-die-die-paepstliche-enzyklika-eine-politische-wirkung\/","title":{"rendered":"Hat die die p\u00e4pstliche Enzyklika eine politische Wirkung?"},"content":{"rendered":"<p>Dieser Frage ging der Ortsverband in seiner letzten Sitzung nach. Zun\u00e4chst stellte Bernd Schweisthal das p\u00e4pstliche Lehrschreiben &#8222;Laudato Si&#8220; in groben Z\u00fcgen vor. Benannt ist es nach dem Sonnengesang des Franz von Assisi, f\u00fcr den jedes Lebewesen ein Gesch\u00f6pf Gottes, Bruder oder Schwester des Menschen, und die Erde die Mutter all dieser Lebewesen war. Bereits Paul VI. beklagte in seiner Enzyklika &#8222;Pacem in Terris&#8220; die r\u00fccksichtslose Ausbeutung der Natur durch den Menschen, \u00e4hnliche \u00c4u\u00dferungen finden sich bei Johannes Paul II. und Benedikt XVI. Keiner von ihnen sprach jedoch so deutlich ganz konkrete Folgen dieses menschlichen Handelns an wie Franziskus: Er gei\u00dfelt Umweltverschmutzung und Klimawandel, mangelnden Zugang zu sauberem Wasser, den Verlust der biologischen Vielfalt und ganzer \u00d6kosysteme, die Verschlechterung der Lebensqualit\u00e4t und den sozialen Niedergang u.a. durch zunehmende Verst\u00e4dterung, sowie die weltweite soziale Ungerechtigkeit. Statt dagegen rigoros vorzugehen, unterwerfe sich die Politik dem Diktat von Technologie und Finanzwelt. Die Wurzel der \u00f6kologischen Krise sieht der Papst im Menschen, dem Wissenschaft und Technik (u.a. Nukleartechnik, Biotechnologie) eine unglaubliche Macht verliehen haben. Dabei ist Franziskus nicht technologiefeindlich; er warnt jedoch, dass eine von der Ethik abgekoppelte Technik schwerlich in der Lage sein werde, sich im Angesicht des Machbaren auf das ethisch Vertretbare zu beschr\u00e4nken. \u00d6kologie ist f\u00fcr Franziskus ganzheitlich; neben Naturschutz geh\u00f6ren auch menschliche und soziale Dimensionen dazu. In diesem Zusammenhang macht er sich z.B. Gedanken \u00fcber die moderne Stadtentwicklung und beklagt Wohnungsnot ebenso wie den zunehmenden Verlust von guter, solidarischer Nachbarschaft. Im Kapitel &#8222;Leitlinien f\u00fcr Orientierung und Handeln&#8220; kritisiert Papst Franziskus die Unt\u00e4tigkeit und den mangelnden Willen der internationalen Politik, die Missst\u00e4nde wirkungsvoll und nachhaltig zu beheben, und macht in einzelnen Punkten ganz konkrete L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge. Am Ende seiner Enzyklika ruft Franziskus zu einer \u00f6kologischen Erziehung (mit sehr konkreten Hinweisen bis hin zum Verzicht auf Plastik und die Nutzung \u00f6ffentlicher Verkehrsmittel) auf und fordert eine Bewusstseins\u00e4nderung auf der Grundlage der christlichen Spiritualit\u00e4t. &#8222;Weniger ist mehr&#8220;, so lautet f\u00fcr ihn das Motto eines neuen, bescheideneren Verst\u00e4ndnisses von Lebensqualit\u00e4t, in deren Mittelpunkt die Beziehung zu Gott, zum N\u00e4chsten und zur Erde steht. <br \/>Nachdem einzelne Punkte der Enzyklika kritisch diskutiert oder pr\u00e4zisiert worden waren, besch\u00e4ftigte die Anwesenden vor allem die Frage, welche Wirkung dieses p\u00e4pstliche Lehrschreiben innerhalb, vor allem aber auch au\u00dferhalb der katholischen Kirche entfalten kann. Es wurde vermutet, dass der Zeitpunkt seines Erscheinens bewusst einige Monate vor der n\u00e4chsten Weltklimakonferenz im Dezember 2015 in Paris gew\u00e4hlt wurde. Dennoch war man sich schlie\u00dflich einig, dass diese p\u00e4pstliche Stellungnahme zwar den umweltpolitisch Aktiven ein weiteres Argument liefern, die globale Politik und Wirtschaft sich jedoch nicht nennenswert davon beeindrucken lassen wird. Und ob sich die katholische Kirche vom Vatikan bis in ihre Gemeinden hinein an der Enzyklika orientieren wird, bleibt f\u00fcr manche der Anwesenden ebenfalls fraglich. Zu w\u00fcnschen w\u00e4re es jedenfalls.<\/p>\n<p>jgm<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Frage ging der Ortsverband in seiner letzten Sitzung nach. Zun\u00e4chst stellte Bernd Schweisthal das p\u00e4pstliche Lehrschreiben &#8222;Laudato Si&#8220; in groben Z\u00fcgen vor. 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