Bildungsreformen auf den Punkt gemacht


Am Mittwoch, den 8. Oktober 2025, lud der Ortsverband Bammental von Bündnis 90/Die Grünen gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Hermino Katzenstein zur Podiumsdiskussion „Bildungsreformen auf den Punkt gemacht“ ein. Rund 50 Interessierte – darunter Vertreter:innen aus Kitas, Schulen und Vereinen – kamen ins Familienzentrum, um über aktuelle bildungspolitische Entwicklungen zu sprechen.
Kevin Roth, Vorsitzender des Ortsverbands und Gemeinderat, eröffnete den Abend und betonte die Bedeutung von Bildung als lebenslangen, individuellen Entwicklungsprozess. Anschließend stellte er die Gäste vor: Sandra Boser (MdL und Staatssekretärin im Kultusministerium), Dr. Benedikt Mancini (Schulleiter Gymnasium Bammental) und Vanessa Obländer (Leiterin der Schulsozialarbeit an der SRH). Die Moderation übernahm Hermino Katzenstein.

In ihrem Impulsvortrag stellte Sandra Boser zentrale Reformprojekte des Landes vor, darunter das Sprachförderprogramm „Sprachfit“, die „Junior-Klassen“ zur Stärkung sozialer und emotionaler Kompetenzen sowie das umfassende Förderprogramm „Startchancen BW“. Weitere Themen waren die Rückkehr zu G9, der Ausbau der Ganztagsbetreuung, die Digitalisierung der Schulen und die geplante Einstellung von 6.000 neuen Lehrkräften – insbesondere für Grundschulen und sonderpädagogische Einrichtungen.




In der anschließenden Diskussion betonten Vanessa Obländer und Benedikt Mancini die Bedeutung früher Sprachförderung, wiesen jedoch auch auf Herausforderungen bei der Umsetzung der Ganztagsbetreuung hin – insbesondere im Hinblick auf Personal und Raumkapazitäten.
Ein weiteres zentrales Thema war der Umgang mit digitalen Medien. Mancini sprach sich für eine stärkere Vermittlung von Medien- und KI-Kompetenz aus. Obländer ergänzte, dass Kinder besser vor problematischen Inhalten auf Social Media geschützt werden müssten. Auch zur Frage des Handyverbots an Schulen bezog Boser Stellung: Die Entscheidung solle bewusst bei den Schulen liegen, um individuelle Lösungen zu ermöglichen.

Breiten Raum nahm das Thema psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ein. Obländer berichtete von zunehmenden Belastungen und forderte mehr präventive Angebote und eine stärkere Schulsozialarbeit. Mancini wies auf die begrenzten Ressourcen vieler Schulen hin, die bei dieser wichtigen Aufgabe oft an ihre Grenzen stoßen.
Im Anschluss nutzten viele Gäste die Gelegenheit für Fragen – unter anderem zu Ganztagsbetreuung, Inklusion und digitaler Ausstattung. Hermino Katzenstein schloss die Veranstaltung mit dem Appell, Bildungspolitik nicht nur auf Landesebene zu denken, sondern auch lokal konkrete Schritte zu entwickeln. Das Gespräch solle in Bammental fortgeführt werden.